Die Elektro-Innung Siegen früher und heute

» 1926

Rückblick auf die Geschichte der Elektro-Innung Siegen

Aus der Festschrift der Elektro-Innung Siegen aus Anlaß des 50jährigen Bestehens am 29.Oktober 1976.

"Das Jahr 1976 ist für die Elektro-Innung Siegen ein Markstein in Ihrer wechselvollen Geschichte. Genau vor einem halben Jahrhundert schritten engagierte Kaufleute zur Gründung der " Zwangsinnung für den Stadt - und Landkreis Siegen " ,denn sie vertraten die Auffassung , daß man gemeinsam mehr erreichen könne. Daß durchaus ein Interesse an einem solchen Zusammenschluß vorhanden war, wurde bei der Gründungsversammlung deutlich, denn am 1.November 1926 traten 36 Siegerländer der Innung bei. Zum Obermeister wurde Emil Weber (Siegen ) gewählt, der dieses Amt bis 1945 innehatte. Zu den Vorstandsmitgliedern gehörten damals die Herren Hinderthür, Freimuth und Heidkamp.

Schon 1912 erfolgte der erste Zusammenschluß.

Der Gründung der Zwangsinnung vorrausgegangen waren bereits andere Zusammenschlüsse .1902 wurde in Frankfurt bereits der Fachverband für das Elektrohandwerk aus der Taufe gehoben. Zehn Jahre später bildete sich eine Siegener Ortsgruppe , zu deren Mitgründern Adolf Hinderthür und Heinrich Steuber zählten. Im selben Jahr fand auch die Gründung einer selbständigen Ortsgruppe Siegen im Reichsverband des Deutschen Installateurgewerbes statt, die insgesamt acht Mitglieder umfaßte und Heinrich Steuber als Vorsitzenden führte.

Qualitätsarbeit stand immer im Vordergrund

In den folgenden Jahren fand man sich in der Zwangsinnung zu ersprießlicher Zusammenarbeit bereit . Man versuchte mit Erfolg, gemeinsam gegen    ,, Außenseiter " vorzugehen, was sich auch in den folgenden Jahrzehneten immer wieder als notwendig erweisen sollte. Denn die Siegener Elektro-Fachleute legten schon immer Wert auf qualitativ hervorragende Arbeit. Sie wehrten sich deshalb energisch gegen jene Konkurrenten ,die lediglich aus Profitgründen auf niedriger Kalkulationsgrundlage versuchten,sich Aufträge zu sichern, deren Ausführungen dann zu erheblichen Beanstandungen führte. Solchen Praktiken setzte die Innung jeweils ein hartes ,, Nein " entgegen.

,, Freiübungen mit elektrisch beleuchteten Keulen "

Vier Jahre nach der Gründung fanden sich die Zwangsinnung für das Elektrohandwerk und der Reichsverband des Deutschen Elektro- Installationsgewerbes , Ortsgruppe Siegen , in der Bürgergesellschaft Siegen zu einem Familienfest zusammen. Auf dem Programm standen u.a. das Singspiel ,, Der Wilde Toni " und der Schwank ,, Der Zirkus im Bügelzimmer ". Außerdem wurden ,, Freiübungen mit elektrisch beleuchteten Keulen " geboten. Dazu sang man folgende sinnige Verse eines Liedes, das eigens den Elektrikern gewidmet war :

,, Ich leiste nicht mehr widerstand,die Sicherung ging flöten.Durch Kurzschluß steht mein Herz in Brand, hilf mir aus Liebesnöten! O, Kabelus,schalt mich mal um. O, transformier mich heftig. Der Liebe Spannung macht mich dumm, zur Ehe aber kräftig. O, isolier mich nicht mehr, laß meine Ströme fließen von mir zu dir stets hin und her, die Liebe zu genießen. Laß den Dynamo Tag und Nacht des Herzens immer rasen. Siegreich ist dann des Lebens Schlacht für uns in allen Phasen."

Wer fehlte mußte eine Geldbuße entrichten

Ordnung nach außen bedingte auch Ordnung nach innen! So scheute sich die Innung nicht, jene Kollegen zu bestrafen, die nicht zu den angesetzten Versammlungen erschienen. Laut § 20 der damals geltenden Satzung wurde beispielsweise 1932 beschlossen, zwei Innungsmitglieder mit jeweils 3 Reichsmark zu bestrafen, weil sie der Zusammenkunft ferngeblieben waren. Die Mitgliedsbeiträge hielten sich noch in bescheidenem Rahmen. So waren für drei Monate 0,50 RM zu entrichten. Dagegen wurde es 1932 notwendig, die Kaution für die Konzessionierung von 200 auf 300 RM zu erhöhen. Der Stadt Siegen wurde im selben Jahr ein Unkostensatz von 68 Prozent zuzüglich 12,5 Prozent Gewinn mitgeteilt. Was heute als kaum denkbar erscheint, ist 1932 noch angestrebt worden: Die Innung beschloß, daß sich eine Kommision mit dem Gesellenausschuß zusammensetzen sollte, um auf tariflicher Grundlage eine Lohnkürzung von 15 Prozent auszuhandeln.

Die Schwarzarbeit wurde bekämpft 

Die stetige Aufwärtsentwicklung der Innung wurde bei der Versammlung am 12. September 1932 deutlich, denn 41 Kollegen fanden sich ein, um die Tagesordnung abzuwickeln. Im Verlauf der Sitzung legte die Preiskommision eine Liste über ,, die Preise der gängigen Materialien und Leistungen " vor, wie es in dem Protokoll nachzulesen ist. Nicht begeistert war man von der Preisgestaltung der Klempnerinnungen der Kreise, die man auffordern wollte, Preisunterbietungen für elektrische Anlagen und Materialien zu unterlassen. Darüber hinaus hatte sich die Innung erneut mit Schwarzarbeit zu beschäftigen, wie folgende Stelle des Protokolls ausweist:,, Der Gewerbeverein machte Mitteilung eines Schreibens des Zweckverbandes Netphen über ausgeführte Schwarzarbeiten, welche durch Kollegen gedeckt würden. Es wurde allgemein begrüßt, daß diese Instanzen endlich den gewerbetreibenden Handwerker schützen wollen im Kampfe gegen die Schwarzarbeit. An den Zweckverband soll ein Schreiben gerichtet werden mit der Bitte um Bekanntgabe der Schuldigen. Eine Abschrift der Liste , in welcher durch Unterschrift der Kollegen anerkannt worden ist, keine Schwarzarbeit zu unterstützen, soll beigefügt werden."

Da das Vorstandsmitglied Albert Schneider verstorben war, mußte eine Ersatzwahl durchgeführt werden. Mit 13 Stimmen setzte sich Fritz Schneider gegen vier Mitbewerber durch und wurde stellv. Obermeister. Bereits 1925 hatte F. Schneider in der Ortsgruppe Siegen des Fachverbandes für das Elektrohandwerk aktiv im Vorstand mitgearbeitet. Er ist das letzte heute (1976) noch lebende Gründungsmitglied der Elektro-Innung. Neu in den Vorstand rückte 1932 Heinrich Lüders,der das Amt des Schriftführers übernahm. "

 

 Fortsetzung folgt :  Die Redaktion

» 1976

50 Jahre Elektro-Innung Siegen

Aus der Festschrift der Elektro- Innung Siegen aus Anlaß des 50jährigen Bestehens am 29.Oktober 1976.

Schritthalten heißt hier ständig Zulernen

"Zum 50jährigen Bestehen sprechen sprechen wir der Elektro-Innung Siegen namens des Kreises Siegen und persöhnlich unsere herzlichsten Glückwünsche aus.

Die Elektroinnung ist naturgemäß zwar einer der jüngeren, dafür aber in der täglichen Arbeit jedermann vertrauten Handwerkszweige, der überdies in besonderem Maße seine Fachkenntnisse, Einrichtungen und Dienstleistungen immer wieder neuen Entwicklungen und Ansprüchen anzupassen hat.

Wie erfolgreich dieses Schritthalten, das ein ständiges Zulernen und Sichorientieren vorraussetzt, bisher war, konnte man in jedem Haus, in jedem Gewerbebetrieb, bei jeder Installation und jedem individuellen Auftrag erfahren; dieses Feld beruflicher und technischer Bewährung ist kaum zu überblicken. Und da das Elektrowesen sich ganz sicher immer weiter vervollkommnen und differenzieren wird mit immer neuen Anwendungsbereichen, verdienen Elektriker und Elektrobetriebe volle Anerkennung dafür, solche Anforderungen an sie theoretisch wie praktisch zu meistern. Und ein anspruchvolles Fach so zu meistern, wie dies im gesamten Kreisgebiet offenbar ist, spricht nicht zuletzt für die Innung und die von ihr betriebene Aus- und Fortbildung im Zusammenwirken mit unseren Schulen.

Uns ist bewußt, daß das Elektrohandwerk wie andere Handwerkszweige von den Erschwernissen des mittelständischen Erwerbslebens nicht verschont geblieben ist, doch braucht bei allem Wandel an Zuwachs und Rentabilität gerade der Elektro- Dienstleistungen auch für die Zukunft nicht gezweifelt zu werden.

Der Jubiläumsveranstaltung wünschen wir einen würdigen Verlauf und grüßen die Elektro- Innung und ihre Festgäste mit dem Zuruf Glück Auf !"

Siegen , im Herbst 1976

Schmidt (MdB), Staatssekretär, Landrat                Forster Oberkreisdirektor

Das fünfzigjährige Bestehen der Elektro-Innung Siegen beweist einmal mehr, wie stark und fortschrittlich das Handwerk im allgemeinen und das Elektrohandwerk im besonderen sind.    

Die Entwicklung dieser Innung seit ihrer Gründung am 1.November 1926 mit 36 Mitgliedern auf jetzt 120 Mitglieder,313 Gesellen und 316 Lehrlingen ist ein überzeugender Beweis ihrer Leistungen. Unser ehrliches und herzliches Kompliment gilt allen bisherigen Obermeistern und Mitgliedern der Elektro-Innung Siegen. Sie kann auf die mit zielstrbiger Arbeit und frischem Wagemut erfüllten fünf Jahrzente ihres Bestehens mit berechtigtem Stolz zurückblicken. Alle Beteiligten haben durch ihre Treue und ihren unermüdlichen Einsatz trotz vieler Schwierigkeiten dazu beigetragen, daß die Innung eine so gesunde Entwicklung erfahren hat.

Die Elektro-Innung Siegen genießt daher auch das Ansehen und Vertrauen, das neben zu erbringenden Leistungen den berufsstand desHandwerks und seiner Handwerker prägt.

Wir wünschen auch für die Zukunft Glück,Erfolg und weitere Aufwärtsentwicklung.

                          Handwerkskammer Arnsberg

Erich Gelhausen                                             Dipl.-Kfm.Albert                                     Präsident                                                   Hauptgeschäftsführer   

                            

 

 

 

 

Im Jubiläumsjahr 1976 gehören dem Vorstand der Elektroinnung- Siegen an :

Obermeister                      Karl Wilhelm Herling

stellv.Obermeister             Gustav Adolf Weber

Lehrlingswart                     Reinhold Decker

Fachgruppenleiter für Elektroinstallation              Ernst Hummel

Fachgruppenleiter für Radio und Fernsehtechnik  Gerhard Lutter

Fachgruppenleiter für Elektromaschinenbau         Erich Schäfer 

Manfred Klaas, Martin Klein, Wolfgang Bittner, Herbert Schneider                ( alle Beisitzer ).

Die Gesamtzahl der Mitglieder beläuft sich 1976 auf 120. Beschäftigt werden 313 Gesellen,316 Lehrlinge sowie weitere zehn Mitarbeiter.

 

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Die Gesamtzahl der Mitglieder 2012 beläuft sich auf 95 davon 8 Gastmitglieder, in der Ausbildung befinden sich 88 Lehrlinge .

 

Das Handwerk früher und heute im 21 Jahrhundert.

Auf dem kunstvoll verzierten Meisterbrief von 1919  meines Großonkels

Friedrich Dickel steht an alten Handwerkssprüchen :

Gott schütze das ehrbare Handwerk,

Übung macht den Meister und

Durch Fleiß und Kraft , man Großes schafft.

Dies ist bis heute unverändert.   

Bernd Elter

teilnehmender Redakteur








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